Arbeiten des Buchkünstlers Otto Rohse
Otto Rohse gilt als einer der wichtigsten Vertreter der modernen Buchkunst. Von 2008 bis 2010 konnte das Gutenberg-Museum das etwa 1 000 Werke umfassende Archiv des 1925 geborenen Grafikers und Buchkünstlers erwerben. Darunter Kupferstiche, Holzstiche, Pressendrucke, Briefmarkenentwürfe und Exlibris. Unter dem Titel „Otto Rohse - das Werkarchiv. Kupferstiche, Holzstiche, Pressendrucke“ zeigt das Museum derzeit einen Querschnitt aus dem Lebenswerk des Künstlers.
Auch wenn viele Menschen den Namen Otto Rohse nicht kennen, seine Werke sind ihnen dennoch präsent: In Form von Briefmarken der Reihe „Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten“, die in den sechziger und siebziger Jahren zu den Standard-Postwertzeichen der Deutschen Bundespost zählten. Keine andere Briefmarke zuvor und danach wurde so lange offiziell ausgegeben. Und die Marken gerieten seinerzeit zum Politikum im sogenannten Postkrieg: Einzelmotive mit historischen Gebäuden aus der ehemaligen DDR, UdSSR und Polen, wurden von den seinerzeitigen Ostblockstaaten nicht anerkannt, Ortsbezeichnungen auf den Marken wurden entweder geschwärzt oder die Briefe erst gar nicht zugestellt. Schwerpunkt in Rohses Werk und somit auch der Ausstellung bilden jedoch die Pressendrucke des Buchkünstlers.
Rohse gründete 1962 in Hamburg die Otto-Rohse-Presse, um bibliophile Kostbarkeiten zu schaffen. Dazu Prof. Walter Wilkes, ehemaliger Leiter der Lehrdruckerei an der TH Darmstadt in seiner Laudatio: „Gibt es eine noblere Art Geld und Zeit zu verschwenden, als schöne Bücher zu machen?“
Dass das Werkarchiv nun in den Besitz des Gutenberg-Museums übergehen konnte, ist der ehemaligen Direktorin, Dr. Eva-Maria Hanebutt-Benz, zu verdanken.
Der Ankauf des Werkarchivs wurde von der Kulturstiftung der Länder sowie den Stiftungen Kultur Rheinland-Pfalz, der Landesbank Rheinland-Pfalz und „Moses“ ermöglicht.
Rohse ist übrigens in der Gutenbergstadt ein alter Bekannter: 1978 und 1992 organisierte das Museum bereits zwei Ausstellungen mit seinen Werken. 2002 wurde Otto Rohse mit dem Gutenberg-Preis ausgezeichnet.
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