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Dienstag, den 05. Januar 2010 um 02:14 Uhr

"Sternstunde der Deutschen"

Gutenberg - die Sternstunde der DeutschenWas war die größte Sternstunde der Deutschen? Die Vereinigung, der Mauerfalls oder der Kennedy-Besuch? Die Zuschauer des Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) hatten die Qual der Wahl. Und sie waren sich am Ende einig: 35 Prozent  kürten Anfang Dezember 2009 die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg zur größten "Sternstunde der Deutschen"! Ein Überraschungssieg, denn sowohl der Mauerfall als auch die Deutsche Einheit von 1990 landeten "nur" auf Platz 2 und 3. Der vierte Kandidat im Finale, Kennedys Berlin-Besuch 1963, belegte abgeschlagen den letzten Platz.


Als "größte geistige Leistung" der Deutschen würdigte Literaturkritiker Hellmuth Karasek die Buchdruck-Erfindung. Als "Pate" hatte Karasek in der ZDF-Sendung dafür geworben, diese "Medienrevolution" vor 500 Jahren zur Sternstunde zu küren - mit Erfolg. 35 Prozent der Zuschauer und Online-User stimmten für Gutenbergs Erfindung - das war die Mehrheit.

Auf Platz zwei wählten die Menschen mit 30 Prozent der Stimmen die "Deutsche Einheit" vom 3. Oktober 1990. Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher stand als Pate für dieses Ereignis ein. Dass es dann "nur" zu Platz zwei reichte, lag vielleicht auch daran, dass ein inhaltlich ganz ähnlicher historischer Moment ebenfalls zur Wahl stand: der Mauerfall vom 9. November 1989. Aram Radomski, damals DDR-Bürger und einer der ersten, die an der Bornholmer Straße über die Grenze gingen, hatte für diese "Sternstunde" geworben. 29 Prozent der Zuschauer folgten ihm.

Deutlich abgeschlagen auf dem vierten Platz: der Besuch von US-Präsident John F. Kennedy in Berlin im Jahr 1963. "Ich bin ein Berliner" ist zwar eines der berühmtesten Politik-Zitate in Deutschland, als "Sternstunde der Deutschen" sahen das aber nur 6 Prozent der Zuschauer. Trotz der Werbung durch eine charmante "Patin", die Schauspielerin Edith Hancke.

Im Vorfeld der fünfteiligen Sendereihe hat das ZDF eine repräsentative Meinungsumfrage in Auftrag gegeben. Die Menschen sollten anhand einer Liste von 100 historischen Ereignissen benennen, welches sie für das bedeutsamste halten. Die 20 Ereignisse, die am häufigsten genannt wurden, hatten die ZDF-Moderatoren Dunja Hayali und Steffen Seibert in den ersten vier Folgen mit Kurzdokumentationen vorgestellt.