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Buchstabe für Buchstabe - der Handsatz


handsatz Der Handsatz ist das älteste Verfahren, um Druckformen aus einzelnen, beweglichen  Metalllettern herzustellen. Man spricht auch vom traditionellen Buchdruck, einem Hochdruckverfahren, der auf die bahnbrechende Erfindung von Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts zurück geht.

 

Beim Hand- oder manuellem Bleisatz befinden sich die einzelnen Lettern in sogenannten Setzkästen, welche wiederum in Satzschränken untergebracht sind. Mehre Setzschränke in Kombination bilden die Satzgasse und somit den Arbeitsplatz des Bleisetzers.

 

Im Setzkasten sind die Fächer für die einzelnen Buchstaben nur teilweise alphabetisch angeordnet. Hauptkriterium für die Einteilung bildete die Häufigkeit, mit der ein Buchstabe oder Zeichen in der jeweiligen Sprache vorkommt. So ist in deutschen Satzkästen beispielsweise das "e" wesentlich prominenter - sprich im Mittelpunkt, damit der Setzer es besser fassen kann - angeordnet, als beispielsweise w, x oder y. Entsprechend unterscheidet sich die Einteilung von Setzkästen in anderen Sprachen.

 

Die Einteilung der Setzkästen war über Jahrhunderte hinweg nahezu unverändert. Deutliche Unterschiede zwischen der Fachbelegung bestehen zwischen Satzkästen für Fraktur- und Antiqua-Schriften sowie Schriften mit Kapitälchen.

 

Im Gegensatz zum heutigen Computersatz, wo man mit einer Schrift über Skalierung die gesamte Bandbreite der Schriftgrößen abdecken kann, musste im Bleisatzzeitalter jede einzelne Schriftgröße extra "geschnitten" werden. So benötigte man für jede Schriftgröße aber auch für jeden Schriftschnitt (Auszeichnungsschriften) einen eigenen Setzkasten.

 

Beim Handsatz steht der Bleisetzer vor dem Setzschrank, auf den zuvor der Setzkasten aufgeschoben wurde. Während des Setzens entnimmt der  Schriftsetzer mit der rechten Hand die einzelnen Lettern sowie den Leerraum („Spatien“)  aus dem Setzkasten und legt diese Zeichen für Zeichen im Winkelhaken ab, der in der linken Hand gehalten wird.  Die gesetzte Zeile zeigt dabei den später zu druckenden Text spiegelverkehrt.

 

Der Winkelhaken wurde zuvor auf die benötigte Kolumnenbreite eingestellt. Wurden mehrere  Zeilen gesetzt, werden diese anschließend aus dem Winkelhaken ausgehoben und auf einem Setzschiff zu Satzspalten (Kolumnen) zusammengefügt. Die druckfertigen gesetzten Teile werden bis zum Schließen der Druckform ausgebunden, das heißt mit einer Kolumnenschnur so zusammengebunden, dass es möglich ist, diesen Satz hochzuheben, ohne dass er auseinanderfällt. Damit dieses möglich ist, muss der Satz sauber geschlossen sein. Das bedeutet, dass alle ausgeschlossenen Zeilen die gleiche Breite haben müssen. Falls dies nicht beachtet wird, können sich einzelne Lettern oder Blindmaterial lösen und beim späteren Druck aus der Form fallen oder in die Druckmaschine geraten.

 

Zum Drucken wird der Satz in einem Stahlrahmen fixiert, d. h. die Form wird geschlossen. Wenn die Druckform kleiner als der Stahlrahmen ist, werden die Leerräume mit sogenannten Stegen aufgefüllt. Die Fixierung selbst erfolgt mit sogenanntem Schließzeug, nachdem die Kolumnenschnur entfernt wurde.


zierrat Im Handsatz lässt sich nicht nur glatter Text setzen. Vielmehr stehen neben den Buchstaben auch zahlreiche Zierelemente (Ornamente, Linien) aus Blei und Messing zur Verfügung. Auch Formel- und Notensatz lässt sich im Handsatz realisieren. Schräger oder runder Satz war mit Hilfsmitteln durch komplizierte Verspannungen möglich. Sogar ganze Landkarten wurden in früheren Jahrhunderten mit vorgefertigten Elementen gesetzt.

 

Der Handsatz wurde ab Ende des 19. Jahrhunderts im Mengensatzbereich (Bücher, Zeitungen, Zeitschriften) zunehmend vom Maschinensatz verdrängt, bei dem ganze Schriftzeilen in Blei ausgegossen wurden. .

 

Der Handsatz in seiner ursprünglichen Form des manuellen Bleisatzes findet heute noch vereinzelt Anwendung bei der Herstellung von bibliophilen Buchausgaben sowie in kleinen Privat- und Museumsdruckereien.