|
Veranstaltungen
Keine aktuellen Veranstaltungen.
Newsletter
(*) Pflichtfelder
|
Von Press- und Ballenmeistern
Die Handpresse war seit Gutenberg fast vier Jahrhunderte lang die einzige Druckpresse. Ihr Konstruktionsprinzip lehnte sich an das der Weinpressen an.
Die Farbe wurde mit zwei Lederballen auf dem Stein verrieben und der Satz damit eingefärbt. Den angefeuchteten Bogen befestigte man mittels Punkturen auf dem Deckel. Die druckfreien Stellen wurden mit einer im Rähmchen festgehaltenen Maske geschützt, der Deckel mit dem Bogen auf den Satz umgeklappt und unter die Presse geschoben. Zum Drucken wurde die obere Platte, auch Tiegel genannt, durch den in die Spindel eingesteckten Preßbalken heruntergedrückt und der Bogen war bedruckt. Darauf wurde der Preßbalken zurückgestoßen, der Satz hervorgezogen und der Bogen sorgfältig abgehoben. Diese Arbeit führten zwei Gehilfen aus, der Pressemeister und der Ballenmeister. Mehrere hundert Drucke war die Tagesproduktion, im Vergleich zum Bücherschreiben ein großer Fortschritt.
Handpressen der nachfolgenden Generationen wurden eigens für den Druck konzipiert und bestehen aus einem schweren Eisengestell, das auf zwei oben durch ein Kopfstück verbundenen Eisenteilen ruht, zwischen denen der Drucktiegel mit dem Preßhebel angeordnet ist. Unterhalb des Drucktiegels lagert auf Schienen das Druckfundament, das mittels Handkurbel aus- und eingefahren wird. Die Einfärbung der Druckform geschieht mit der Handwalze, der Papierbogen wird aufgelegt und ein mit dem Fundament durch Scharniere verbundener Rahmen, der den Aufzug enthält, darüber geklappt. Dann wird das Fundament unter den Drucktiegel gekurbelt und durch Anziehen des Preßhebels der Druck ausgeführt.
Obwohl technologisch längst überholt, arbeiten heute noch vereinzelt vor allem Künstler mit der Handpresse.
|
|
|
|