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Satztechnik - vom Handsatz ins Digitalzeitsalter

Als Satz bezeichnet man in einer Druckerei  den Arbeitsschritt, bei dem durch ein technisches Verfahren aus einer Vorlage (einem Text, Grafiken, Bildern usw.) eine drucktaugliche Form erstellt wird. Das Produkt des Setzvorgangs selbst wird ebenfalls als „Satz“, die Tätigkeit analog als „setzen“ bezeichnet.
Der Satz mit beweglichen (Metall-)Lettern wurde in Europa 1440 von Johannes Gutenberg  erfunden. Es gibt Hinweise darauf, dass dieses Verfahren bereits 200 Jahre zuvor in Korea bekannt war. Die These, dass bewegliche Metalllettern  im Kaiserreich China bereits in der ersten Hälfte des  8. Jahrhunderts zum Einsatz kamen, gilt als unbewiesen.

Methoden der Satzherstellung:

Bleisatz

Das älteste Satzverfahren ist der sogenannte Bleisatz, der bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein am weitesten verbreitet war.

Man unterscheidet zwischen den nachfolgenden zwei Varianten:

Bleisatz mittels Handsatz

Bis in das 19. Jahrhundert hinein führten Schriftsetzer den Bleisatz ausschließlich im Handsatzverfahren durch. Beim Handsatz wurden die einzelnen Schriftzeilen durch einzelne Lettern, bestehend aus einer Bleilegierung, zusammengesetzt. Der Versuch, dieses Verfahren durch sogenannte Logotypen – bei denen Silben oder ganze Wörter zusammen auf eine Type gegossen wurden – zu optimieren, scheiterte an der Praktikabilität in den Betrieben.
 

Bleisatz mittels Maschinensatz

Um die Satzgeschwindigkeit zu erhöhen,  versuchte man in den darauffolgenden Jahrzehnten, die Lettern aus dem Handsatz maschinell zu setzen. Da deren Legierung jedoch für die maschinelle Verarbeitung viel zu weich war, musste eine andere technische Lösung gefunden werden. Und die fand Dr. William Church (* um 1778 in Vermont; † 1863 in Birmingham), dessen Typensetz- und –gießmaschine  1822 patentiert wurde. In den folgenden Jahrzehnten setzten sich auf dem Markt Maschinen, bei denen mittels Matrizen ganze Schriftzeilen gegossen werden konnten, immer mehr durch. Zu den bekanntesten Setzmaschinen dieser Gattung gehören Linotype, Monotype und Typograph. 

Fotosatz

Mit der Aufstellung der ersten Fotosetzmaschine wurde 1959 die Druckvorstufe regelrecht revolutioniert. Immer mehr Setzer arbeiteten fortan nicht mehr in den Satzgassen, vom Blei schwarz verfärbte Hände gehörten zunehmend der Vergangenheit an.
 Dieses Satzverfahren nannte man auch „kalten“ oder „schwerelosen“ Satz, weil hier die Druckvorlage fotomechanisch oder fotoelektronisch erzeugt wurde. Im Fotosatz fielen von einer Lichtquelle Strahlen durch einen Schriftzeichenträger. Ein optisches System bündelte diese, so dass die Schrift in der gewünschten Größe auf einen lichtempfindlichen Film oder Papier projiziert wurde. Die ersten Fotosetzmaschinen bauten auf dem Prinzip der  früheren Bleisetzmaschinen auf, nur hatte man die Gießeinrichtung durch eine Belichtungskammer ersetzt und die Matrizen trugen jetzt transparente Glasnegative der Schrift statt eingeprägter Vertiefungen. Ein Beispiel ist die Monophoto oder der Intertype-Fotosetter. Die zweite Maschinengeneration bestand aus eigenständigen Neuentwicklungen wie der Intertype Fotomatic oder der Linofilm. Die dritte (Digiset, Linotron) erzeugte die Schriftzeichen auf elektronischem Weg. Die Schriftzeichen waren in den Maschinen elektronisch hinterlegt, eine Kathodenstrahlröhre oder ein Laser übertrugen sie auf das lichtempfindliche Material.


Computergestützter Satz

Durch die Einführung des Computers wurde die Druckvorstufe abermals revolutioniert. Durch das  das 1985 eingeführte Desktop-Publishing  (DTP) – Satz und Umbruch am Computer – wurden die vorgenannten Verfahren weitestgehend  abgelöst und verdrängt. Zeitaufwändige und kostenintensive Zwischenschritte wie die Klischeeherstellung, der nachträglicher Umbruch oder die Montage des Fotosatzes zu einem Seitenlayout entfielen.  Der computergestützte Satz bringt gegenüber den vorangegangenen Verfahren größere Gestaltungsmöglichkeiten sowie eine höhere Produktivität mit sich.